Ä3 zu AL1: Bildungskonzept
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und Konsensfähigkeit. Sie sollen offen auf Menschen zugehen und eine wertschätzende, mitfühlende und selbstreflektierende Haltung gegenüber den Teilnehmer*innen einnehmen.
1 Allgemeine Ziele der Bildungsarbeit
Die Bildungsarbeit der KjG im Diözesanverband Köln ist bedürfnis- und
zielgruppenorientiert ausgerichtet. Sie versteht sich nicht lediglich als
Vermittlung fachlicher Inhalte, sondern als umfassender Lern-, Erfahrungs- und
Entwicklungsraum. Ziel ist es, junge Menschen dazu zu befähigen, qualitativ
hochwertige Jugendarbeit zu gestalten und Verantwortung im Verband sowie in
ihrem persönlichen Umfeld zu übernehmen. Die inhaltlichen Ziele spiegeln sich
sowohl in konkreten Schulungsangeboten als auch in der Haltung, dem Verhalten
und der methodischen Arbeit der Schulungsteamer*innen wider.
Persönliche Entwicklung
Ein wesentliches Anliegen der Bildungsarbeit ist die Förderung der persönlichen
Entwicklung sowohl der Gruppenleitungen als auch der Schulungsteamer*innen. Die
Teilnehmer*innen sollen ihre eigenen Stärken entdecken, ausbauen und erleben
können, wie sich persönliche Grenzen erweitern lassen. Durch positive Lern- und
Gruppenerfahrungen werden Selbstbewusstsein und ein konstruktives Selbstbild
gestärkt – nicht nur individuell, sondern auch innerhalb der gesamten Gruppe.
Darüber hinaus fördert die Bildungsarbeit die Entwicklung von Kritikfähigkeit:
konstruktiv Feedback zu geben, es anzunehmen und für die eigene
Weiterentwicklung zu nutzen. Die Teilnehmer*innen lernen, ihr eigenes Handeln zu
reflektieren, Potenziale zu erkennen und verantwortungsbewusst einzusetzen.
Dabei werden unterschiedliche Lebensbedingungen, Perspektiven und Bedürfnisse
berücksichtigt – auch im Hinblick auf geschlechtliche Vielfalt und inklusive
Lernräume.
Solidarität und Gemeinschaft
Die KjG versteht Solidarität, Toleranz, Respekt und Wertschätzung als
grundlegende Prinzipien ihrer Bildungsarbeit. Die Schulungen bieten daher Raum,
Kommunikations- und Konfliktfähigkeit zu entwickeln, Teamfähigkeit auszubauen
und Kompromissbereitschaft zu fördern. Die Teilnehmer*innen setzen sich mit den
Ideen, Meinungen und Sichtweisen anderer auseinander und lernen, konstruktiv
damit umzugehen.
Durch gelebte Gemeinschaft erfahren junge Menschen Solidarität und Anteilnahme
und lernen gleichzeitig, diese anderen entgegenzubringen. Die Schulungen
schaffen so einen Raum, in dem gemeinschaftliches Lernen und gegenseitige
Unterstützung selbstverständlich sind.
Mitbestimmung und Einflussnahme
Die Bildungsarbeit der KjG verfolgt das Ziel, demokratische Prozesse erfahrbar
zu machen und die Grundlagen demokratischen Handelns zu vermitteln. Die
Teilnehmer*innen erleben aktiv Beteiligung, übernehmen Verantwortung für sich
und andere und lernen, Entscheidungen transparent und gemeinschaftlich zu
treffen.
Darüber hinaus werden junge Menschen dazu befähigt, ihre eigenen Interessen und
Meinungen selbstbewusst zu vertreten. Sie sollen in der Lage sein, kritisch
informiert Position zu beziehen, Abhängigkeitsverhältnisse zu erkennen und zu
hinterfragen. Ein zentrales Leitbild ist dabei das Verständnis, dass
Rahmenbedingungen verhandelbar und veränderbar sind und dass junge Menschen
diese Prozesse aktiv mitgestalten können.
Verantwortung
Verantwortungsübernahme ist ein Kernziel der Bildungsarbeit. Die
Teilnehmer*innen lernen, Verantwortung sowohl für ihr eigenes Handeln als auch
für andere zu übernehmen. Dazu gehört, persönliche Grenzen zu erkennen, zu
akzeptieren und klar zu kommunizieren sowie in einer partnerschaftlichen Haltung
zu leiten.
GeschützterRahmen
Ein weiterer zentraler Aspekt ist das Lernen in einem geschützten und
vertrauensvollen Rahmen. Bildungsarbeit der KjG schafft Umgebungen, in denen
kein Leistungsdruck besteht und in denen Ausprobieren ausdrücklich erwünscht
ist. Fehler werden als Lernchancen verstanden. Dies ermöglicht ein offenes,
authentisches und angstfreies Lernen.
Glaubenund Zweifeln
Als katholischer Kinder- und Jugendverband bietet die KjG Raum, sich mit dem
eigenen Glauben auseinanderzusetzen, diesen zu leben, zu hinterfragen und
weiterzuentwickeln. Schulungen ermöglichen jungen Menschen den Rahmen,
Erfahrungen zu teilen und sich mit Gleichaltrigen über ihren Glauben
auszutauschen. Dabei wird ausdrücklich Platz für Fragen und Zweifel geschaffen –
im Vertrauen darauf, dass diese Prozesse den Glauben stärken und vertiefen
können.
2 Grundverständnis der Bildungsarbeit in der KjG
Die Bildungsarbeit der KjG basiert auf vielfältigen Lernangeboten, die junge
Menschen auf kognitiver, emotionaler und handlungsorientierter Ebene ansprechen.
Sie versteht Lernen als ganzheitlichen Prozess, der durch klare Ziele, ein
umfassendes Lernverständnis, geeignete Methoden und Techniken sowie ein
reflektiertes Leitungsverständnis geprägt ist. Diese Elemente bilden den
inhaltlichen Rahmen, innerhalb dessen Bildungsangebote gestaltet und
weiterentwickelt werden.
2.1 Lernverständnis
Die KjG orientiert sich an einem Lernverständnis, das junge Menschen in ihren
individuellen Lebenssituationen ernst nimmt und ihnen ermöglicht, Verantwortung
für ihren eigenen Lernprozess zu übernehmen. Lernen in der KjG bedeutet,
persönliche Erfahrungen zu sammeln, sich in Gemeinschaft weiterzuentwickeln und
mit Hilfe eines geschützten Rahmens neue Handlungsmöglichkeiten zu entdecken.
Selbstverantwortung
Die Bildungsarbeit schafft Lernumgebungen, in denen Teilnehmer*innen
eigenverantwortlich bestimmen können, was und wie sie lernen möchten. Dazu
gehört, einen angstfreien Rahmen zu bieten, in dem Fehler zugelassen und als
wertvolle Lerngelegenheiten verstanden werden. Lernprozesse werden
abwechslungsreich und vielfältig gestaltet. Die Teilnehmer*innen prägen diese
Entwicklung aktiv – bewusst oder unbewusst – sowohl für sich selbst als auch für
die Gruppe.
Altersbezogen Lernen
Inhalte orientieren sich an den Fragen, Erfahrungen und Lebensrealitäten der
Teilnehmer*innen. Bildungsprozesse sollen verständlich, alltagsnah und
lebensweltbezogen sein. Gleichzeitig wird darauf geachtet, dass Lerninhalte in
den Alltag der jungen Menschen übertragbar sind und gesellschaftliche
Rahmenbedingungen berücksichtigt werden.
Reflektiertes Lernen in und an der Gruppe
Lernen geschieht vor allem in der Gruppe. Gemeinsame Erlebnisse, transparente
Gruppenprozesse und Reflexionen des eigenen Handelns fördern ein tiefes
Verständnis für Gruppendynamiken. Die Teilnehmer*innen erhalten Rückmeldung zu
ihrem Verhalten, profitieren von unterschiedlichen Perspektiven und erleben die
Gruppe als Ressource. Voraussetzung hierfür ist ein geschützter Rahmen, der
verbindlich vereinbart und eingehalten wird.
Lernen in Beziehungen
Wissen wird nicht einseitig vermittelt, sondern entsteht im Miteinander. Lernen
braucht Beziehungen, Gemeinschaft und Umwelt – junge Menschen lernen miteinander
und voneinander. Eine partnerschaftliche Beziehung zwischen Teilnehmer*innen und
Leiter*innen bildet die Grundlage dieser Lernprozesse und stärkt Vertrauen und
Kooperation.
Lebenslanges Lernen
Die KjG versteht Lernen als fortlaufenden Prozess, der über Schulungen
hinauswirkt. Sowohl Teilnehmer*innen als auch Leitungspersonen entwickeln sich
ständig weiter, lernen wechselseitig voneinander und profitieren von gemeinsamer
Erfahrung.
Lernen durch Erleben
Erfahrungsorientiertes Lernen wird bewusst gefördert: Teilnehmer*innen erhalten
herausfordernde Aufgaben, bei denen persönliches Wachstum möglich ist. Das
Einlassen auf Neues, das Eingehen von Wagnissen und das erfolgreiche Bewältigen
ungewohnter Situationen stärken Selbstvertrauen und Teamgefühl.
Herausforderungen werden individuell erlebt und gemeinsam getragen.
Lernen am Modell
Leitungspersonen übernehmen eine Vorbildfunktion. Ihr Verhalten, ihre
Kommunikation und ihre Zusammenarbeit im Team dienen als Orientierung für die
Teilnehmer*innen. Durch Beobachtung, Austausch und Reflexion erkennen
Teilnehmer*innen Muster, gewinnen Einsichten und entwickeln neue
Handlungsmöglichkeiten.
2.2. Methoden und Techniken
Die KjG arbeitet mit vielfältigen methodischen Ansätzen, die zur Zielgruppe
passen und unterschiedliche Lernformen ermöglichen. Zentral sind
erlebnisorientierte, gruppendynamische und reflexionsbasierte Methoden, die das
Lernen aktiv, erfahrungsbezogen und nachhaltig gestalten.
Themenzentrierte Interaktion (TZI)
Die TZI nach Ruth Cohn ist ein humanistisches Handlungskonzept, das die
Gestaltung von Lern‑, Gruppen‑ und Arbeitsprozessen unterstützt. Ursprünglich
als Ansatz zur Verbesserung der Wirksamkeit von Gruppentherapien entwickelt,
wird es heute breit in Pädagogik, Jugendarbeit, Organisationsentwicklung,
Psychologie und Coaching angewendet.
Das zugrunde liegende Menschenbild geht davon aus, dass jeder Mensch sowohl
autonom als auch eingebunden ist: in Beziehungen, in Aufgaben und in
gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Die TZI möchte Menschen stärken, ihre
Selbstverantwortung wahrzunehmen und aktiv an der Gestaltung ihres Umfelds
mitzuwirken.
Das zentrale Modell der TZI ist das Vier‑Faktoren‑Modell, das aus folgenden
Elementen besteht:
- ICH – die einzelne Person mit ihren Bedürfnissen, Gefühlen, Erfahrungen
- WIR – die Gruppe als soziales Gefüge
- ES – das Thema, die Aufgabe, das Ziel der gemeinsamen Arbeit
- GLOBE – das Umfeld, die Rahmenbedingungen, die äußere Situation
Alle vier Faktoren stehen in einem dynamischen Gleichgewicht. Keiner ist
wichtiger als der andere:
„Ich bin so wichtig wie wir; wir sind so wichtig wie unsere Aufgabe – und wir
alle sind abhängig von unserem Umfeld.“ Dieses Gleichgewicht verändert sich
ständig und wird im Gruppenprozess immer wieder neu hergestellt.
Die TZI arbeitet mit zwei zentralen Postulaten:
1. „Sei deine eigene Chairperson“
Jede Person trägt Verantwortung für ihre eigenen Bedürfnisse und Entscheidungen.
Sie entscheidet bewusst, wann und wie sie sich in die Gruppenarbeit einbringt.
Dabei hat sie stets die Gruppe und das gemeinsame Thema im Blick.
2. „Störungen haben Vorrang“
Störungen – innere oder äußere – blockieren die Arbeit, wenn sie unausgesprochen
bleiben. Die TZI fordert, diese wahrzunehmen, anzusprechen und zu bearbeiten,
damit der Prozess sinnvoll weitergehen kann.
Diese Haltung ermöglicht eine wertschätzende, transparente und
selbstverantwortliche Zusammenarbeit.
Erlebnispädagogik
Die Erlebnispädagogik geht auf die Arbeit des Reformpädagogen Kurt Hahn aus den
1920er‑Jahren zurück. Im Mittelpunkt steht ein ganzheitliches, aktives Tun, das
alle Sinne anspricht und Menschen dazu anregt, gemeinsam Herausforderungen zu
bewältigen. Dabei ersetzt eigenes Experimentieren das bloße Belehren. Die
Methode setzt bewusst an den Stärken und Potenzialen der Teilnehmer*innen an –
nicht an Defiziten oder Schwächen.
Erlebnispädagogische Angebote schaffen eindrückliche, nachhaltige Erfahrungen,
die im Gedächtnis bleiben. Sie ermutigen, die eigene Komfortzone zu verlassen,
sich auf Neues einzulassen und daran zu wachsen.
Zentrale Elemente der Erlebnispädagogik sind:
- körperliche Aktivität und sinnliche Wahrnehmung
- das Annehmen von Herausforderungen und die Bereitschaft zu experimentieren
- gemeinschaftliches und soziales Lernen
Ihre Wirkung entfaltet die Erlebnispädagogik vor allem durch die anschließende
Reflexion. Sie ermöglicht, Erfahrungen bewusst zu verarbeiten, zu deuten und auf
den Alltag zu übertragen.
Gruppendynamik
In der Bildungsarbeit spielt Gruppendynamik eine zentrale Rolle.
Schulungsgruppen durchlaufen typische Entwicklungsphasen, die das Lernklima und
die Zusammenarbeit prägen. Angelehnt an gängige Modelle – wie dem Phasenmodell
(Kennenlern-, Machtkampf-, Vertrautheits-, Differenzierungs- und Abschiedsphase)
– lassen sich dabei wiederkehrende Muster erkennen: Eine Gruppe orientiert sich
zunächst, klärt anschließend Unterschiede und Konflikte, entwickelt gemeinsame
Regeln und Arbeitsweisen und gelangt schließlich zu einer kooperativen,
produktiven Arbeitsphase. Dieses Wissen hilft Schulungsteams, Gruppenprozesse zu
verstehen, Störungen einzuordnen und Lernfortschritte zu unterstützen.
Neben den Phasen spielen auch Rollen eine wichtige Funktion. Gruppenmitglieder
übernehmen – bewusst oder unbewusst – unterschiedliche Aufgaben, etwa
moderierende, kreative, ordnende oder vermittelnde Rollen. Diese können sich im
Verlauf einer Schulung verändern und sind abhängig von Persönlichkeiten,
Bedürfnissen und der jeweiligen Situation. Die bewusste Beobachtung von Rollen
unterstützt ein sensibles und ressourcenorientiertes Arbeiten: Stärken werden
sichtbar, Dynamiken verstehbar und Beteiligung kann aktiv gestaltet werden.
Gruppendynamische Modelle betonen zudem die Bedeutung von Kommunikation, Normen
und gegenseitiger Abhängigkeit. Jede Gruppe entwickelt eigene Regeln,
Umgangsformen und Muster, die sich auf Motivation und Zusammenhalt auswirken.
Die Reflexion dieser Prozesse ermöglicht es den Teilnehmer*innen, ihr eigenes
Verhalten und die Wirkung der Gruppe besser zu verstehen. Für Schulungsteams
entsteht so die Möglichkeit, Lernräume zu schaffen, in denen Gruppenprozesse
transparent werden und bewusst gestaltet werden können.
Reflexion, Feedback, Transfer
Reflexion ermöglicht es, Erfahrungen mit objektivem Abstand zu betrachten und
mit persönlichen Zielen in Verbindung zu bringen. Konstruktives Feedback zeigt
auf, wie Handlungen auf andere wirken. Teilnehmer*innen lernen sowohl Feedback
zu geben als auch anzunehmen. Hier stehen die Feedbackregeln lernen und im
Alltag umsetzen im Fokus. Es wird nach dem Modell Wahrnehmung, Wirkung und
Wunsch gearbeitet bei dem es darum geht, möglichst wertfrei aus einer Ich-
Perspektive verschiedene Wahrnehmungen zur Verfügung zu stellen, um
Weiterentwicklung zu ermöglichen. Abschließend wird ein Transfer in den Alltag
als Gruppenleiter*in hergestellt, um das Erlebte nachhaltig einzuordnen und
daraus zu lernen.
2.3 Verständnis von Leitung bei Schulungsteamer*innen
Die Schulungsteamer*innen gestalten Bildungsprozesse und tragen besondere
Verantwortung für den Schutz, die Entwicklung und die Beteiligung der
Teilnehmer*innen. Ihr Rollenverständnis basiert auf fachlicher Kompetenz,
reflektiertem Handeln und partnerschaftlicher Haltung.
Grundlegende Fähigkeiten
Die Schulungsteamer*innen benötigen fachliche Fähigkeiten wie Dialog-, Konflikt-
und Konsensfähigkeit. Sie sollen offen auf Menschen zugehen und eine
wertschätzende, mitfühlende und selbstreflektierende Haltung gegenüber den Teilnehmer*innen einnehmen.
Selbst- und Rollenverständnis
Die Schulungsteamer*innen identifizieren sich mit den Grundlagen und Zielen der
KjG. Sie reflektieren regelmäßig ihr Rollenverständnis, ihr Leitungshandeln und
ihre Lernprozesse. Ihnen ist bewusst, dass sie sowohl Lernende als auch Lehrende
sind. Die besondere Verantwortung ihrer Position gilt auch in digitalen Räumen
und in der Kommunikation über soziale Medien.
Handeln als Leitung
Leitungshandeln ist geprägt von Transparenz, Klarheit und
Verantwortungsbewusstsein. Die Schulungsteamer*innen schaffen Orientierung und
gestalten Lernumgebung sowie Atmosphäre. Sie sind authentisch, ehrlich und
übernehmen eine gelebte Vorbildfunktion. Im Sinne einer partnerschaftlichen
Leitung arbeiten sie auf Augenhöhe mit den Teilnehmer*innen zusammen.
3. Aufbau und Struktur der Bildungsarbeit im Diözesanverband Köln
Bildungsarbeit findet in der KjG auf allen Ebenen statt. Der Diözesanverband
Köln schafft durch das diözesane Bildungskonzept verbindliche Rahmenbedingungen
für seine Regionalverbände und Ortsgruppen. Das Bildungskonzept wird durch die
Diözesankonferenz beschlossen.
Die Regionalverbände treten insbesondere als Trägerinnen der
Gruppenleitungsschulungen in Aktion. Die Ortsgruppen tragen Sorge dafür, dass
Jugendliche und junge Erwachsene, die pädagogische Leitungsverantwortung in der
KjG übernehmen wollen, an den Gruppenleitungsschulungen der Regionalverbände
teilnehmen.
3.1 Bildungsarbeit auf Regionalebene
Die Bildungsarbeit auf Regionalebene bildet einen zentralen Bestandteil der
verbandlichen Qualifizierung innerhalb der KjG. Sie stellt sicher, dass
Gruppenleiter*innen vor Ort kompetent ausgebildet, begleitet und gestärkt
werden. Damit diese Arbeit qualitativ hochwertig und verlässlich gestaltet
werden kann, arbeitet die Regionalleitung eng mit dem Schulungsteam zusammen.
Während die regionalen Schulungsteams die inhaltliche und methodische Gestaltung
der Schulungen verantworten und diese praktisch umsetzen, trägt die
Regionalleitung die satzungsgemäße Gesamtverantwortung und schafft die
strukturellen, organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen für eine
gelingende Bildungsarbeit. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass die Standards der
KjG eingehalten, Weiterentwicklung angestoßen und Schulungsprozesse nachhaltig
gestaltet werden.
3.1.1 Aufgaben der Regionalleitung
Gemäß der Satzung der KjG Diözesanebene liegt die Gesamtverantwortung für die
Bildungsarbeit bei der jeweiligen Regionalleitung. Sie muss dafür Sorge tragen,
dass die Schulungen strukturell möglich sind, dass Qualitätsstandards
eingehalten werden und dass die Schulungsarbeit den Grundlagen und Zielen sowie
den Beschlüssen der KjG entspricht.
Ein zentraler Bestandteil dieser Aufgabe ist es, Gruppenleitungen und
interessierte KjG-Mitglieder vorrangig auf die Schulungsangebote der KjG
hinzuweisen und diese zu empfehlen. Die Regionalleitung unterstützt somit aktiv
die verbandliche Aus- und Fortbildung und stärkt die Sichtbarkeit der KjG
Schulungsarbeit.
Darüber hinaus stellt die Regionalleitung die notwendigen Ressourcen zur
Verfügung, um Schulungen erfolgreich planen und durchzuführen zu können. Dazu
gehören finanzielle Mittel, organisatorische Unterstützung sowie die Vertretung
der Interessen der Schulungsteams auf der Diözesanebene durch die Teilnahme an
der Diözesankonferenz.
Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich ist die Anerkennung und Wertschätzung der
Arbeit des Schulungsteams. Die Regionalleitung schafft hierfür geeignete
Rahmenbedingungen für eine gelingende Schulungsarbeit.
Die Regionalleitung ist außerdem dafür verantwortlich, die Voraussetzungen der
Schulungsteamer*innen zu prüfen, bevor diese im Namen der Regionalebene tätig
werden. Dazu gehören insbesondere der Nachweis einer absolvierten
Gruppenleitungsschulung, ein gültiges erweitertes Führungszeugnis
beziehungsweise eine Unbedenklichkeitsbescheinigung, die Teilnahme an einer
Präventionsschulung (PVO) sowie bei der zweiten Schulung der Besuch eines
Grundlagenseminars und die regelmäßige Auffrischung durch Themenseminare. Diese
Prüfung dient der Qualitätssicherung und stellt sicher, dass alle beteiligten
Personen die notwendigen Kompetenzen und Anforderungen erfüllen.
3.1.2 Aufgaben des (regionalen) Schulungsteams
Das regionale Schulungsteam setzt sich aus mindestens zwei Personen zusammen und
ist möglichst geschlechtergerecht besetzt. Dies ist wichtig, um unterschiedliche
Perspektiven und Erfahrungen in die Schulungsarbeit einzubringen. Alle
Mitglieder des Schulungsteams müssen KjG‑Mitglieder sein.
Für die Tätigkeit als Schulungsteamer*in wird ein Mindestalter von 18 Jahren
vorausgesetzt. Darüber hinaus wird empfohlen, dass zwischen der eigenen
Gruppenleitungsschulung und dem ersten Einsatz als Schulungsteamer*in ein
Abstand von ungefähr zwei Jahren liegt, um ausreichend Leitungserfahrung sammeln
zu können. Das Mindestalter für die Teilnahme des Grundlagenseminars beträgt
ebenfalls 18 Jahre.
Um einen Eindruck zu gewinnen, ob potenzielle neue Schulungsteamer*innen
Gefallen am Leiten finden, ist es möglich die erste Schulung ohne ein
Grundlagenseminar mitzuleiten. In diesem Fall muss eine engmaschige Begleitung
durch erfahrene Schulungsteamer*innen durch das Schulungsteam sichergestellt
sein. Ab der zweiten Schulung ist ein Grundlagenseminar verpflichtend für
die*den betroffene*n Schulungsteamer*in.
Die regionalen Schulungsteams können eigene Konzepte für die Durchführung der
Schulungen auf Grundlage dieses diözesanweiten Bildungskonzept entwickeln. Das
regionale Bildungskonzept kann den Fokus auf ausgewählte Schwerpunkte und
regionale Besonderheiten legen.
Zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität finden regelmäßige Treffen des
Schulungsteams statt. Diese dienen der Konzeptarbeit, der organisatorischen
Planung sowie der Reflexion durchgeführter Schulungen.
Zur Sicherung eines hohen Qualitätsniveaus wird erwartet, dass mindestens eine
Person pro Schulungsteam regelmäßig an den Treffen der Schulungsteamer*innen
sowie dem Schulungsteamer*innen-Wochenende teilnimmt (siehe Kapitel 3.3).
Der Austausch mit der Diözesanebene ist ein wesentlicher Bestandteil der
Aufgaben des Schulungsteams. Dazu gehören:
- die Weitergabe relevanter Informationen zum aktuellen Stand der Schulungen
- die Abstimmung von Schulungsterminen sowie die Übermittlung eingehender
Anmeldungen
- die Klärung der Form der Zertifikatsausgabe (digital oder in Papierform)
und die Bereitstellung vollständiger Teilnehmer*innenlisten
- das frühzeitige und selbstständige Weiterleiten von Wünschen zu Terminen
für die Präventionsschulungen
- das Einreichen vollständig ausgefüllter Honorarbögen
- die Mitteilung von Veränderungen in der Zusammensetzung des Schulungsteams
3.2 Aufgaben der Diözesanebene
Die Bildungsarbeit auf Diözesanebene wird von der Diözesanleitung verantwortet.
Sie steht als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Die Wünsche und Bedürfnisse
übriger Akteur*innen werden in der Arbeit berücksichtigt. Die Diözesanleitung
wird in ihren Aufgaben von Mitarbeiter*innen der D-Stelle und insbesondere von
der*dem Bildungsreferent*in für Schulungsarbeit unterstützt.
Die Aufgaben der Diözesanebene:
- Sorge um den Bestand und die Weiterentwicklung der Bildungsarbeit im
Diözesanverband sowie Fortschreibung des Bildungskonzeptes
- Kontaktpflege und Beratung der (regionalen) Schulungsteams im
Diözesanverband
- Begleitung bei der Gründung neuer Schulungsteams
- Erinnerung der Schulungsteamer*innen an Auffrischung von Themenseminaren
- Angebot und Durchführung von Fortbildungen/ Themenseminaren (s. Kapitel
5.2)
- Angebot und Durchführung des Grundlagenseminars, wenn es ausreichend
Teilnehmer*innen gibt (s. Kapitel 5.1)
- Vernetzungsangebote für Schulungsteamer*innen schaffen (s. Kapitel 3.3)
- Schulungstermine der (regionalen) Schulungsteams veröffentlichen
- Zertifikate für die Gruppenleitungsschulungen erstellen
- Teilnahme an Bildungsangeboten in der Mida nachhalten, sofern die
Teilnehmer*innen dort aufgeführt sind
- Abwicklung der Honorare für Schulungsteamer*innen sowie Prüfung der
Voraussetzungen
- Kontakt zu PVO-Teamer*innen herstellen und Terminkoordination der Basis
Plus Schulungen als Teil der Gruppenleitungsschulungen
- Bearbeitung der Juleica-Anträge als freier Träger
3.3 Vernetzung der Bildungsarbeit
Um die Bildungsarbeit auf den verschiedenen Ebenen weiterzuentwickeln und zu
qualifizieren, wird sie auf der Diözesanebne vernetzt. Insbesondere sollen
dadurch der Austausch von Schulungsteamer*innen untereinander sowie
verschiedener Methoden gefördert werden. Das geschieht durch:
Diözesane Treffen der Schulungsteamer*innen
Mitglieder der verschiedenen Schulungsteams treffen sich an mindestens zwei
Abendterminen im Jahr. Der*die Bildungsreferent*in lädt rechtzeitig zu den
Terminen ein. Eine digitale Teilnahme soll bei Bedarf ermöglicht werden.
Teamer*innen-Fortbildungs-WE
Das Wochenende findet jährlich statt und umfasst mindestens eine Übernachtung.
Samstags gibt es ein Fortbildungsangebot, welches sich auch an Teamer*innen der
Bildungsstätte richtet. Die Teilnahme am Fortbildungsangebot wird als
Themenseminar angerechnet.
Außerdem gibt es einen Teil der sich ausschließlich an Schulungsteamer*innen
richtet (Freitagabend oder Sonntag). Hier gibt es Zeit, um sich über aktuelle
inhaltliche und organisatorische Themen der Bildungsarbeit im Verband
auszutauschen. Auf dem Wochenende kann bei Bedarf über Änderungen an Wahlthemen
und deren Bildungszielen im Bildungskonzept entschieden werden.
Messenger- Gruppe
Eine Messenger-Gruppe für Schulungsteamer*innen wird von der Diözesanebene
eingerichtet und verwaltet. Dort können die Schulungsteamer*innen sich
austauschen und kurzfristige Anfragen stellen. Außerdem kann die Diözesanebene
hierüber relevante Informationen für Schulungsteamer*innen teilen.
3.4 Honorare
Für die Durchführung der Schulungen wird den eingesetzten Schulungsteamer*innen
durch die Diözesanebene ein Honorar ausgezahlt. Die Höhe des Honorars orientiert
sich dabei an der Dauer der jeweiligen Maßnahme. Für ein Wochenende gibt es 50€
für eine fünftägige Schulung 100€. Pro Maßnahme kann maximal für vier
Schulungsteamer*innen ein Honorar abgerechnet werden. Pro Schulung können somit
maximal 400€ Honorar abgerechnet werden.
Die Auszahlung erfolgt ausschließlich auf private Konten der
Schulungsteamer*innen. Eine Auszahlung auf das Konto der Region ist nicht
möglich.
Voraussetzung für die Auszahlung eines Honorars ist, dass die betreffenden
Personen die notwendigen Qualifikationen und Nachweise vorweisen können. Dazu
gehören die erfolgreiche Teilnahme an einem Grundlagenseminar und gegebenenfalls
der Nachweis eines aktuellen Themenseminars sowie ein gültiges erweitertes
Führungszeugnis beziehungsweise eine entsprechende
Unbedenklichkeitsbescheinigung. Ebenso muss eine gültige Präventionsschulung
nachgewiesen werden.
Der ausgefüllte Honorarbogen ist spätestens eine Woche nach dem letzten
Schulungstermin, für den eine Abrechnung erfolgen soll, an die Diözesanstelle
einzureichen.
4 Kursangebote
Bildungsangebote der KjG im Diözesanverband Köln finden auf verschiedenen Ebenen
mit unterschiedlichen Verantwortlichkeiten statt. In diesem Kapitel werden der
Aufbau der Kursangebote und deren Altersgrenzen und Zuständigkeiten innerhalb
des Verbandes dargestellt.
4.1 Gruppenleitungsschulungen
Gruppenleitungsschulungen dienen der Vorbereitung von Jugendlichen und jungen
Erwachsenen auf die Leitungstätigkeit von Gruppen und Aktionen. Sie sind der
Kern der verbandsinternen Ausbildung.
Die Regionalverbände bieten Gruppenleitungsschulungen nach diözesanweiten
einheitlichen Bildungsstandards an. Die zeitlichen und inhaltlichen Vorgaben
entsprechen den bundesweiten Qualitätsstandards der Juleica-Schulung (Juleica
Bundesregelung) Teilnehmer*innen der Gruppenleitungsschulungen sind berechtigt
eine Juleica-Card zu beantragen. Die Bearbeitung der Anträge erfolgt durch die
D-Stelle.
4.1.1 Rahmenbedingungen
Zeitlicher Umfang
Eine Gruppenleitungsschulung der KjG im Diözesanverband Köln umfasst mindestens
30 Zeitstunden (das entspricht 40 Unterrichtsstunden à 45 Minuten) sowie eine
Präventionsschulung Basis Plus mit zusätzlich 6 Zeitstunden am Stück (das
entspricht 8 Unterrichtsstunden à 45 Minuten). Die Gruppenleitungsschulungen
können in folgenden Formaten durchgeführt werden:
- Mindestens fünf Tage am Stück mit vier Übernachtungen und einem Tag für
die Präventionsschulung
- Mindestens zwei mal drei Tage am Stück mit jeweils 15 Zeitstunden Bildung
und zwei Übernachtungen und einem Tag für die Präventionsschulung.
Die Präventionsschulung Basis Plus ist verpflichtender Bestandteil der
Gruppenleitungsschulung. Sie wird durch speziell ausgebildete Teamer*innen der
Diözesanebene als Block geschult.
Teilnehmer*innen und Gruppengröße:
Das Mindestalter der Teilnehmer*innen ist 15 Jahre. Bedingung für die Anmeldung
ist außerdem die Bereitschaft an allen Kursteilen vollständig teilzunehmen. Wenn
möglich, sollten die Teilnehmer*innen aus verschiedenen Ortsgruppen stammen. So
können Impulse aus anderen Ortsgruppen, in die eigene Arbeit vor Ort mitgenommen
werden und die Teilnehmer*innen haben die Möglichkeit sich außerhalb der
Ortsgruppe als Verband zu identifizieren.
Die Mindestgröße eine Gruppenleitungsschulung beträgt sieben bis maximal 20
Teilnehmer*innen. Wir empfehlen eine Gruppengröße zwischen zwölf bis 15
Personen. Bei dieser Gruppengröße können Lernverständnis und Bildungsziele
besonders in folgenden Punkten ideal umgesetzt werden:
- Teilnehmer*innen haben die Möglichkeit sich als Teil einer Gruppe
wahrzunehmen (Lernen in Beziehung, Reflektiertes Lernen in und an der
Gruppe)
- Es gibt ausreichend Zeit, damit Teilnehmer*innen sich selbst als Leitung
ausprobieren können und Feedback der Schulungsteamer*innen zu bekommen
(Reflexion, Feedback, Transfer)
- Schulungsteamer*innen gehen auf individuelle Bedürfnisse ein
(Mitbestimmung und Einflussnahme)
Bei größeren Gruppen können die Teilnehmer*innen z.B. auf zwei Kurse aufgeteilt
werden, die parallel im selben Haus stattfinden. Jedem Teil-Kurs, werden
mindestens zwei feste Schulungsteamer*innen zugeteilt.
Zertifizierung
Nach erfolgreichem Abschluss der Gruppenleitungsschulung sowie der bescheinigten
Teilnahme an einer Präventionsschulung Basis Plus, erhalten die Teilnehmer*innen
ein Zertifikat. Dieses ist nur gültig in Verbindung mit der separaten
Bescheinigung einer Erste-Hilfe-Grundausbildung.
Das Zertifikat berechtigt als ausgebildete Gruppenleitung Leitungsverantwortung
innerhalb der KjG zu übernehmen.
Hat das Schulungsteam Bedenken, ob ein*e Teilnehmer*in die mit der Schulung
angestrebte Aufgabe erfüllen kann, soll es diese Bedenken dem*der Teilnehmer*in
in einem Gespräch zeitnah mitteilen. Bleiben die Bedenken bestehen, liegt es in
der Verantwortung und dem Ermessen des Schulungsteams, ob ein Zertifikat oder
nur eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt wird. In diesem Fall ist die
entsprechende Pfarrleitung darüber zu informieren.
Das Zertifikat wird von der Diözesanebene und dem Regionalverband gemeinsam
ausgestellt. Es beinhaltet die diözesanen Schulungsinhalte der
Gruppenleitungsschulung sowie das vom jeweiligen Regionalverband umgesetzte
Wahlthema. Das Zertifikat wird entweder an alle Teilnehmer*innen digital oder in
Papierform herausgegeben. Das Schulungsteam trifft eine entsprechende Absprache
mit dem*der Bildungsreferent*in auf Diözesanebene (s. Kapitel 3.1.2)
Die Vergabe der diözesanen Zertifikate durch die Diözesanstelle ist nur möglich,
wenn alle in diesem Bildungskonzept festgelegten Rahmenbedingungen von dem
jeweiligen Regionalverband eingehalten werden und die unten beschriebenen
Inhalte (s. Kapitel 4.1.2) in den Gruppenleitungsschulungen bearbeitet werden.
Sollte ein Regionalverband sich nicht an die Richtlinien des Bildungskonzeptes
halten, kann der Diözesanverband zudem die Bearbeitung möglicher Juleica-Anträge
einstellen.
4.1.2 Verpflichtende Inhalte
Die Inhalte der Gruppenleitungsschulungen werden mit diesem Konzept diözesanweit
einheitlich und für alle Regionalverbände bzw. Schulungsteams im Diözesanverband
Köln verbindlich festgelegt.
Der zeitliche Umfang, die jeweilige Schwerpunktsetzung und die methodische
Umsetzung der Inhalte liegen im Ermessen der Regionalverbände bzw. der
Schulungsteams. Sie berücksichtigen zum einen die Voraussetzungen zur
Ausstellung einer Juleica-Card in NRW. (https://juleica.de/) Zum anderen
Inhalte, die der Diözesanverband Köln für erforderlich erachtet.
- Grundkenntnisse über die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
- Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen unter Berücksichtigung
verschiedener Geschlechter
- Leitungs- und Methodenkompetenz
- Auseinandersetzung mit der Rolle als Gruppenleitung
- Leitungsstile
- Spielepädagogik
- Konflikte und Kommunikation
- Kindermitbestimmung und Partizipation
- Kompetenz im Umgang mit Eltern
- Gruppendynamik und Erlebnispädagogik
- Gruppenphasen
- Rollen in Gruppen
- Gruppenmodelle
- Feedback / Reflexion/ Transfer
- Planung und Durchführung von Projekten und Aktionen
- Rechte und Pflichten von Gruppenleiter*innen
- Strukturen der Jugendarbeit und KjG als Verband
- Prävention von (sexualisierter) Gewalt; Die Inhalte richten sich nach dem
Curriculum des Erzbistums Köln und werden von ausgebildeten Teamer*innen
der Diözesanebene geschult.
- Erste-Hilfe-Grundausbildung 9 UE à 45 Minuten (zusätzlich zur GL-
Schulung); Der Besuch einer solchen Ausbildung liegt in der
Eigenverantwortung der Teilnehmer*innen
4.1.3 Wahlthemen
Auf jeder Gruppenleitungsschulung muss neben den verpflichtenden Inhalten ein
Wahlthema bearbeitet werden. Welches geschult wird liegt in der
Verantwortlichkeit der Schulungsteams. Sie können aus der aktuellen Liste ein
Wahlthema frei auswählen.
Die Wahlthemen und deren Bildungsziele werden auf dem jährlichen
Schulungsteamer*innen-WE beraten und beschlossen (S. Kapitel 3.3). So können die
Schulungsteams jährlich auf Themen eingehen, die für den Verband an Bedeutung
gewonnen haben.
Die einzelnen Wahlthemen werden nicht in diesem Konzept mit aufgeführt, sondern
separat auf der Homepage des KjG Diözesanverband Köln veröffentlicht.
4. 2 weitere Angebote für Gruppenleiter*innen
Orientierungskurs
Orientierungskurse bieten Jugendlichen die Möglichkeit die KjG im
Diözesanverband Köln außerhalb der Ortsgruppen internen Tätigkeitsfelder und
Personen kennen zu lernen. In einer Gruppe von Gleichaltrigen erleben die
Jugendlichen Gemeinschaft und können sich zu verbandsinternen Themen und
Fragestellungen austauschen. Dadurch sollen die Teilnehmer*innen auch die
Möglichkeit haben, sich selbst klar darüber zu werden, inwieweit sie sich
innerhalb der KjG im Diözesanverband Köln ehrenamtlich engagieren möchten.
Orientierungskurse dienen somit auch der Vorbereitung und Entscheidungsfindung
zur Teilnahme an einer Gruppenleitungsschulung und werden eigenständig von den
Regionalverbänden angeboten.
Die Teilnahme an einem Orientierungskurs ist keine Voraussetzung für die
Teilnahme an einer Gruppenleitungsschulung.
Orientierungskurse werden immer für Gruppen angeboten. Die Mindestgröße für
einen Orientierungskurs beträgt sieben Teilnehmer*innen. Empfohlen wird eine
Gruppengröße von maximal 20 Personen.
Die Teilnehmer*innen sollen, wenn möglich, aus mehreren Pfarreien stammen, um
sich auf dem Kurs gegenseitig neue Impulse zu geben und sich außerhalb der
Ortsgruppe als Verband identifizieren und erleben zu können. Das Mindestalter
für Teilnehmer*innen beträgt 14 Jahre.
Alle Teilnehmer*innen erhalten nach erfolgreicher Teilnahme eine
Teilnahmebestätigung. Diese wird vom Schulungsteam und dem Regionalverband
gemeinsam ausgestellt.
Fort- und Weiterbildungsangebote für Gruppenleiter*innen
Neben den Gruppenleitungsschulungen als Bildungsangebot, gibt es noch andere
Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für ehrenamtliche Leiter*innen der KjG. Diese
können von der Diözesanebene oder den Regionalverbänden angeboten werden. Die
Diözesanebene arbeitet subsidiär, sodass die Angebote der Regionalverbände
vorrangig besucht werden können. Die Angebote sind dabei so gestaltet, dass sie
auch zur Juleica-Verlängerung genutzt werden können. Dabei können vielfältige
Themen behandelt und Formate für die Angebote zum Einsatz kommen
(Tagesveranstaltung, Abendveranstaltung, mehrtägig…).
5 Qualifizierung von Schulungsteamer*innen
Die Ausbildung neuer Gruppenleiter*innen ist eine verantwortungsvolle Aufgabe.
Daher ist eine Qualifizierung nötig, um sich auf diese Aufgabe vorzubereiten.
Darüber hinaus ist es erforderlich, dass Schulungsteamer*innen sich
kontinuierlich mit Themen der Bildungsarbeit auseinandersetzen und sich
fortbilden.
Die Qualifizierung von Schulungsteamer*innen besteht einerseits durch die
Teilnahme am Grundlagenseminar (s. Kapitel 5.1). Andererseits durch die
regelmäßige Teilnahme an Themenseminaren (s. Kapitel 5.2). Diese müssen
spätestens alle zwei Jahre besucht werden.
5.1 Grundlagenseminar
Das Grundlagenseminar der KjG im Diözesanverband Köln richtet sich an Personen,
die als Schulungsteamer*in für ihren Regionalverband tätig werden wollen. Es ist
Voraussetzung, um Leitungsverantwortung auf Gruppenleitungsschulungen
wahrzunehmen. Im Idealfall wird das Grundlagenseminar besucht, bevor Personen
als Schulungsteamer*in auf einer Gruppenleitungsschulung mitfahren. Aufgrund der
großen zeitlichen Abstände zwischen den einzelnen Grundlagenseminaren dürfen
neue Mitarbeiter*innen in den Schulungsteams einmalig ohne Teilnahme an einem
Grundlagenseminar bei einer regionalen Gruppenleitungsschulung mitfahren. Die
Begleitung von erfahrenen Teamer*innen soll dabei gewährleistet werden. Sollten
sie darüber hinaus weiterhin in der Schulungsarbeit aktiv sein wollen, ist die
Teilnahme am nächsten Grundlagenseminar verpflichtend.
Verantwortlich für die Organisation ist der*die zuständige Bildungsreferent*in.
Zeitlicher Umfang
Das Grundlagenseminar findet an einem Wochenende mit zwei Übernachtungen statt.
Es umfasst mindestens 15 Zeitstunden Bildung. Es wird jährlich vom
Diözesanverband angeboten.
Teilnehmer*innen und Gruppengröße
Die Teilnehmer*innen müssen mindestens 18 Jahre alt und KjG-Mitglied sein.
Außerdem ist es ratsam, dass sie schon Erfahrung in der Leitung von Gruppen
haben. Wir empfehlen mindestens zwei Jahre Leitungserfahrung. Bedingung für die
Anmeldung ist außerdem die Bereitschaft an allen Kursteilen vollständig
teilzunehmen.
Die Gruppengröße beim Grundlagenseminar beträgt mindestens sieben bis maximal
zwölf Personen.
Zertifizierung
Die Teilnehmer*innen erhalten nach erfolgreicher Teilnahme am Grundlagenseminar
ein diözesanes Zertifikat, das sie qualifiziert und berechtigt, als ausgebildete
Schulungsteamer*innen Gruppenleitungsschulungen verantwortlich zu organisieren
und durchzuführen. Diese Berechtigung ist zwei Jahre lang gültig und kann
jederzeit durch die Teilnahme an einem Themenseminar um jeweils zwei Jahre
verlängert werden. Das Grundlagenseminar muss nur einmalig besucht werden.
Hat die Leitung des Grundlagenseminars Bedenken, ob ein*e Teilnehmer*in die mit
der Ausbildung angestrebte Aufgabe erfüllen kann, soll sie diese Bedenken
dem*der Teilnehmer*in in einem persönlichen Gespräch zeitnah mitteilen. Bleiben
die Bedenken bestehen, liegt es in der Verantwortung und dem Ermessen der
Diözesanleitung, ob ein Zertifikat ausgestellt wird oder nicht. In diesem Fall
ist die entsprechende Regionalleitung darüber zu informieren.
Inhalte und Ziele
Das Grundlagenseminar vermittelt notwendige Kenntnisse und Fähigkeiten zur
Organisation, Konzeption, Durchführung und Auswertung von
Gruppenleitungsschulungen.
- Die Teilnehmer*innen sind mit dem Lern- und Leitungsverständnis der KjG
vertraut, eignen sich die Grundhaltung an und arbeiten danach. (s. Kapitel
2.1 und 2.3)
- Die Teilnehmer*innen sind mit den Methoden und Techniken der
Bildungsarbeit der KjG im Diözesanverband Köln vertraut und lernen diese
für die Gestaltung von Gruppenleitungsschulungen einzusetzen. (s. Kapitel
2.2
- Die Teilnehmer*innen können sich selbst als Leitung von Bildungsangeboten
ausprobieren. Durch Feedback und Selbstreflexion bekommen sie die
Möglichkeit Stärken und Schwächen zu erkennen und ihre Fähigkeiten
weiterzuentwickeln.
- Die Teilnehmer*innen bekommen neue Anregungen und Impulse vermittelt, um
bekannte Schulungsinhalte praxisorientiert und sachlich fundiert zu
vermitteln.
- Die Teilnehmer*innen setzen sich mit dem Bildungskonzept der KjG im
Diözesanverband Köln auseinander. Sie lernen Rahmenbedingungen und
Standards einer Gruppenleitungsschulung kennen.
5.2 Fortbildungen für Schulungsteamer*innen
Die Verpflichtung, in regelmäßigen Abständen an Themenseminaren teilzunehmen,
sichert die fachliche Qualifikation der Schulungsteamer*innen. Durch den Wechsel
in die Teilnehmer*innen-Rolle wird gewährleistet, dass die Schulungsteamer*innen
ihre Rolle reflektieren können und neue Impulse für ihre Schulungsarbeit
erhalten. Darüber hinaus wird so gewährleistet, dass geänderte Anforderungen und
Inhalte ihren Weg in die regionale Schulungsarbeit finden.
Themenseminare
Pro Jahr werden mindestens zwei Themenseminare als Abend- oder
Tagesveranstaltung durch die Diözesanebene angeboten. Online-Formate sind
grundsätzlich auch möglich.
Die Auswahl der Themenseminare orientiert sich an den aktuellen Entwicklungen
und Herausforderungen im Verband. Vorschläge für Inhalte der Themenseminare
können bei diözesanen Treffen der Schulungsteamer*innen oder dem Teamer*innen-
Wochenende eingebracht werden.
Anforderungen an Themenseminare
- Ein Themenseminar bietet neue Anregungen und Impulse für die Arbeit als
Schulungsteamer*in
- Das Themenseminar ist so gestaltet, dass die Teilnehmer*innen die
vermittelten und erlebten Inhalte und Methoden eigenständig anwenden
können
- Ein Themenseminar umfasst mindestens drei Zeitstunden Bildung.
Es ist möglich Bildungsangebote anderer Träger*innen als Themenseminar von
dem*der zuständigen Bildungsreferent*in des Diözesanverbandes anerkennen zu
lassen.
Teamer*innen-Fortbildungs-Wochenende
Das Wochenende findet jährlich statt und umfasst mindestens eine Übernachtung.
Samstags gibt es ein Fortbildungsangebot, welches sich auch an Teamer*innen der
Bildungsstätte richtet. Die Teilnahme am Fortbildungsangebot wird als
Themenseminar angerechnet.
Außerdem gibt es die Möglichkeit, dass die verschiedenen Schulungsteams sich
untereinander beraten können, Methoden austauschen und neue ausprobieren. Das
Wochenende bietet ausreichend Zeit, um an Themen und Inhalten mit Relevanz für
die Bildungsarbeit der KjG zu arbeiten.
6. Überprüfung und Weiterarbeit am Bildungskonzept
Das vorliegende Bildungskonzept der KjG im Erzbistum Köln muss immer wieder an
die jeweiligen Situationen und Strukturen in Verband und Gesellschaft angepasst
werden. Die Verantwortung hierfür trägt die Diözesanebene. Die einzelnen
Schulungsteams verpflichten sich am Bildungskonzept mitzuarbeiten, da sie die
Änderungen in den Bildungsangeboten vor Ort mittragen und umsetzen müssen.
Spätestens alle vier Jahre wird in einem Treffen der Schulungsteamer*innen auf
Diözesanebene auf das Bildungskonzept geschaut. Sollte es Änderungsbedarf geben,
wird dieser bis zur nächsten Diözesankonferenz vorbereitet. Um Änderungen
verbindlich geltend zu machen, müssen diese auf der Diözesankonferenz
beschlossen werden.

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